Vier Monate mit Köbes

Heute vor vier Monaten haben wir Köbes bei der Züchterin abgeholt. Viel ist seitdem passiert und vieles hat sich verändert. Aus dem kleinen süßen Welpen ist ein stolzer Junghund mit fast fünfundzwanzig Kilo geworden.

 

Wir mussten in dieser Zeit feststellen, dass so ein kleiner Welpe doch anstrengender ist, als wir das in Erinnerung hatten. Die Welpenzeit mit Charlie war ja schließlich fünfzehn Jahre her und da war das alles problemlos zu bewältigen. Oder war es gar nicht die Erinnerung, die uns getäuscht hat, sondern lag es einfach an unserem Alter und der eigenen Leistungsfähigkeit?  Einig sind wir uns in der Feststellung, dass es nicht an Köbes liegt. Köbes ist bis zum heutigen Tag der mit Abstand unproblematischste Hund, den wir je hatten. Immer lieb und freundlich und ständig bemüht, uns Freude zu bereiten. Nach dem bisher Erlebten sehen wir der kommenden Pubertät eher gelassen entgegen. Sicherlich wird es da die eine oder andere Reiberei geben und das bisher erreichte in Sachen Erziehung wird vermutlich mal „vergessen“ werden, aber das ist ja die Normalität.

 

Was sich gegenüber den anderen Hunden auf jeden Fall geändert hat, sind die Gedanken rund um Erziehung, Ernährung und Gesundheitsbelange wie z.B. die Impfungen. Hier wurde deutlich mehr gelesen und recherchiert aber je nach genutzter Quelle hat das nicht zur Entscheidungsfindung sondern eher zu einer Verunsicherung beigetragen. Ob das einfach nur mit den deutlich besseren Möglichkeiten durch das Internet zu erklären ist, bleibt fraglich. Es gibt einfach zu viele selbst ernannte Experten, deren Aussagen man nicht überprüfen kann. Letztlich zählen dann doch der gesunde Menschenverstand und das Bauchgefühl.

 

Aber vieles ist auch gleich geblieben, positives wie negatives. Wir sind wieder viel mehr in Feld und Wald unterwegs, egal wie das Wetter oder das eigene Befinden ist. Ausschlafen am Wochenende ist gestrichen und im Kofferraum wird es langsam eng für Köbes. Und leider gibt es auch immer noch die selbsternannten „Hundeversteher“ die alles besser wissen oder die gar nicht einsehen können, warum man seinen Hund an die Leine nehmen sollte, wenn man einem angeleinten Hund begegnet. Da zählen weder Größenunterschiede, unterschiedliches Alter, Gesundheitszustand oder gar Ausbildungsabschnitte als Grund. Interessant ist dabei natürlich auch die wundersame Wandlung mancher Hundehalter. So kennen wir einige Halter von älteren Kleinhunden, die offensichtlich Spaß daran hatten, wenn ihr Hund kläffend und zähnefletschend auf den kleinen Köbes zugestürmt sind. Heute reagieren die gleichen Leute fast schon panisch, wenn Köbes freundlich und schwanzwedelnd auf ihren Kleinen zuläuft. Da sieht man jetzt keine Spur mehr von Spaß.

 

Im Gegensatz zu unseren Bouviers kann man bei einem Spaziergang mit Köbes ein deutlich verändertes Verhalten der Mitmenschen feststellen. Selbst Leute mit Abneigungen gegen Hunde zeigen ein neutrales Verhalten. Ansonsten erkennen wir durchweg ein sehr positives und freundliches Verhalten gegenüber Köbes. Allerdings muss man dem allgegenwärtigen Wunsch, Köbes streicheln zu wollen, entgegenwirken. Köbes ist halt kein großer zottiger schwarzer Bär.

 

Für uns steht fest, dass wir mit Köbes einen Glücksgriff getätigt haben und möchten ihn auch nicht mehr missen. Er macht uns mit seinem lieben Wesen sehr viel Freude und das soll auch noch viele Jahre so bleiben. Allerdings können wir nach den anstrengenden Monaten auch ausschließen, dass wir uns noch einmal einen Welpen ins Haus holen würden.

 

Aber das ist auch nicht notwendig, denn WIR HABEN UNSEREN TRAUMHUND!

 

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