Bildgestaltung X100f

Weniger ist mehr oder wie ich vielleicht bessere Fotos mache

Ich versuche schon seit längerer Zeit, mich vom einfachen Knipsen in Richtung Fotografieren weiter zu entwickeln. Aber irgendwie will mir das nicht so recht gelingen.

Die meisten Bilder waren doch recht beliebig und entsprachen oftmals eher einem Postkartenklischee. Das hat dazu geführt, dass ich nur noch wenig Lust hatte, mit der Kamera loszuziehen. Die meisten bei solchen Streifzügen gemachten Fotos wurden dementsprechend nach einer kurzen Ansicht auch gleich wieder gelöscht.

Hardwaretechnisch habe ich „weniger ist mehr“ umgesetzt. Weil mir meine Fuji X-T1 mit dem 18-135er als „Immerdabei“ zu unhandlich war, habe ich mir zunächst 3 Festbrennweiten (23, 35 und 50) zugelegt. Das führte aber nach kurzer Zeit dazu, dass ich vor einem Fotospaziergang nur schwer entscheiden konnte, welches Objektiv ich mitnehmen sollte. Die Mitnahme mehrerer Objektive und die dadurch notwendigen Objektivwechsel waren für mich keine gangbare Lösung.

Zu diesem Zeitpunkt erschien die Fuji X100 F. Klein, leistungsfähig und dazu noch im Retrostyle, die „Kleine“ gefiel mir auf Anhieb und war schnell bestellt. Dabei war die Festbrennweite von 23mm (35mm KB) für mich kein Problem.

Ich nutze die „Kleine“ jetzt seit über einem Jahr und bin immer noch sehr zufrieden. Sie ist klein und somit als „Immerdabei“ geeignet, die Bildqualität ist für meine Ansprüche mehr als ausreichend und ich habe mit der Zeit einen Blick für die Brennweite entwickelt. Und was mit der Brennweite nicht zu realisieren ist, wird halt nicht fotografiert. Somit war die hardwaremäßige Reduktion erfolgreich. Die restliche Kameraausrüstung wurde nach einem Jahr im Schrank verkauft.

Bei der Bildgestaltung ist die Umsetzung dieser Reduktion deutlich schwieriger. Man liest zwar in den entsprechenden  Publikationen oft, dass im Bild nur das Wesentliche enthalten sein soll um die Bildaussage zu verstärken, aber wie setzt man das in der Praxis um?

Einige gute Informationen dazu habe ich in dem Buch Minimalistische Fotografie von Denis Bubesset  gefunden.

Auch der Artikel von Bernd Grosseck in der Ausgabe 5/2018 von fotoespresso mit dem Titel Der Fotograf als >>Slow-traveler<< und die weitergehenden Infos und Bilder auf der Webseite von Bernd enthalten viele gute Anregungen. Die gezeigten Bilder gehen genau in die von mir angestrebte Richtung.

Ein etwas anderer Ansatz findet sich in dem von Bernd erwähnten Buch Fotografie als Meditation von Torsten Anreas Hoffmann.

Mit diesen Informationen werde ich mich in der nächsten Zeit intensiver auseinandersetzen. Vielleicht gelingt es mir mit diesen Grundlagen meine Fotos zu verbessern. Ich bin sehr gespannt.